Antworten der NEOS/Liberales Forum StAW

Sehr geehrte Damen und Herren,

Danke für die Zusendung ihres Fragekataloges, den ich gerne beantworte wie folgt:

Ich bin gegen die Errichtung des geplanten Rückhaltedamm in der Hagenbachklamm. Das wäre ein schwerer Eingriff in ein geschütztes, wunderschönes, romantisches Landschaftsgebiet, das die Gemeinde zu Recht bisher geschützt hat:

„Naturpark Eichenhain, Teil des Biosphärenpark Wienerwald, des Vogelschutzgebietes Wienerwald – Thermenregion“ und ist als „NATURA 2000 Schutzgebiet Teil des Europaschutzgebietes“.

Mir ist nicht bekannt, dass der Hagenbach das nunmehr mit Bausperre ausgewiesene Überflutungsgebiet jemals überschwemmt hat. Die letzte bekannte Überschwemmung im Siedlungsgebiet nördlich der ÖBB verursachte die Donau 1975, vor der Errichtung des Kraftwerkes Greifenstein.

Nach meinen Informationen wurde bei der Berechnung einer möglichen Überschwemmung ein anderes Gerinne herangezogen, das mit dem Hagenbach nicht vergleichbar ist.

Ich stimme jedenfalls folgenden Maßnahmen zu, um eine theoretisch mögliche Überschwemmungsgefahr abzuwenden:

Es gibt drei verschiedene Institutionen für drei verschiedene Abschnitte des Hagenbaches, nämlich für den Oberlauf die Wildbach -und Lawinenverbauung, die NÖ-Flussbauverwaltung (WA3) bis zur B14 Brücke in St.Andrä und von der Bahn bis zur Donau die Donauverwaltung. – Die Erhaltung und ständige Räumung des sehr flachen Unterlaufes des Hagenbaches ist sehr wichtig, wird aber kaum von der Donauverwaltung (via donau) durchgeführt. Daher gibt es neben Ablagerungen auch längere Wasserrückstauungen im Mündungsbereich.

Daher greife ich den Vorschlag auf, einen Erhaltungsverband für den Hagenbach einzurichten, in dem alle drei zuständigen Stellen vertreten sind. Dieser Erhaltungsverband wäre der Ansprechpartner für die Gemeinde, denn es muss permanent sichergestellt werden, den Hagenbach bis zur Mündung in die Donauau freizuhalten.

Der im Projekt enthaltene Vorschlag findet unsere Unterstützung - unter Beachtung einer realistischen Abflussberechnung - mit einer Erweiterung des Bahnquerungsbereich diesen endlich an die Abflussgegebenheiten baulich anzupassen. Dafür ist nicht die ÖBB sondern das Infrastrukturministerium als Ansprechpartner zuständig!

Der mächtige Hochwasserrückhaltedamm in der Hagenbachklamm samt geplanter Baustrasse hat zu entfallen!

Sollte in einer neuen Bewertung/Berechnung der Hochwassergefährdung dennoch ein Rückhaltebecken notwendig sein, dann möge es außerhalb der Hagenbachklamm geplant werden.

Wer in der Gemeinde für das Hochwasserthema zuständig werden soll, wird nach der Gemeinderatswahl zu klären sein.

Abschließend möchte ich noch kurz auf die extrem emotionale Hagenbach-Infoveranstaltung am 19. September verweisen. Diese Bürgerinfo war leider keinesfalls geeignet eine einvernehmliche und zielführende Lösung zu erreichen.

Ich hoffe mit meiner Stellungnahme unsere Sicht des Hochwasserproblems ausreichend dargestellt zu haben. Für weitere Fragen stehe ich mit meinen Kandidaten gerne zur Verfügung,

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Eugen Ruffingshofer