Die Politik und das kurze Gedächtnis …

In der jüngsten Ausgabe der St. Andrä-Wörderner SPÖ-Postille „Der Hagenthaler“ (Nov. 2015) befasst man sich umfangreich mit dem Thema Hochwasserschutz am Hagenbach – umfangreicher als je zu Seiten der Amtsführung von Bgm. Stachelberger. Man spielt auch ein wenig mit der Kurzatmigkeit des Gedächtnisses in Bezug auf aktuelle Angelegenheiten, wenn man behauptet, dass früher seitens der Gemeinde erheblich mehr zum Thema Hochwasserschutz berichtet worden wäre als jetzt.

Richtig ist, dass die Informationspolitik der Gemeinde im Amtsblatt und auf der staw-Homepage damals so sehr zu wünschen übrig gelassen hat wie heute auch.

Namentlich erwähnt wird Dr. Liselotte Frühstück-Huber, die mit 300 Unterschriften für die „Bürgerinitiative Hagenbach“ immerhin erreicht hat, dass der Hagenbach Thema einer GR-Sitzung wurde. Und wenn es dann – ein wenig polemisch – heißt, dass bei der bald darauf erfolgten Informationsveranstaltung der Gemeinde zum Retentionsprojekt „nur“ 140 BürgerInnen erschienen seien, dann wollen wir doch die Verhältnismäßigkeit wahren: Welche sonstige rein politische Gemeindeveranstaltung ohne Freibier und Mulatschak hätte eine ähnliche Zahl von interessierten ZuhörerInnen und Diskutierenden auf die Beine gebracht???

Seither wurde die BI Hagenbach zwar nicht übermäßig oft, aber doch mit erkennbarer Bereitschaft zum Informationsfluss eingeladen, zur Projektbegehung in der Klamm, zum demnächst stattfindenden ersten Arbeitskreis der neuen Projektierungen. Und wir werden dort nicht weniger kritisch prüfen, was auf den Tisch gelegt wird, und uns gegebenenfalls auch wieder bemerkbar machen.

Vor allem vergessen wir bitte nicht: Das Projekt, das heuer im Sommer faktisch zu Grabe getragen wurde, war unter Bgm. Stachelberger in Auftrag gegeben, geplant und uns BürgerInnen sozusagen als Ei des Columbus präsentiert worden. Obwohl damals schon bekannt gewesen sein musste, dass die Realisierung des Bauvorhabens scheitern würde, mangels Zufahrt zur Baustelle und mangels eines Konsenses mit Naturschutzbeauftragten und BürgerInnen über die Baustelle in der Klamm. Viel Lärm um nichts, viel Geld ausgegeben für ein „No Go“ unterm Strich … heute, fünf Jahre nach Präsentation der Hagenbachstudie stehen wir praktisch wieder am Start.

Das hat nichts mit 300 Unterschriften zu tun, das verantworten die MandatarInnen des Gemeinderates bis 2015, die praktisch alle alles mitbeschlossen haben, und viele von denen sitzen nun im Gemeinderat und beschließen die Aufhebung ihrer früheren Beschlüsse mit. Das ist kein Grund zur Freude, aber schon gar kein Grund für die Hauspostille des früheren Bürgermeisters, nun so zu tun, als hätte er am allerwenigsten mit diesem Pallawatsch einer Retention in der Hagenbachklamm zu tun …

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Die angeführte Ausgabe des "Hagenthaler" zum Nachlesen:

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