100 Jahre ... was lernen wir daraus?

Am 17. Juni dieses Jahres werden vor Ort in der Hagenbachklamm weitere Verhandlungen im Zuge des Behördenverfahrens zur Genehmigung der geplanten Hochwasser-Schutzmaßnahmen geführt. Wir freuen uns, dass auch die "Initiative Hagenbach" von Bürgermeister Titz zur Teilnahme eingeladen wurde. Und tragen gern mit ein paar Bilddokumenten zur Meinungsbildung bei.

Immerhin gab es und gibt es - auch in der derzeitigen Koalition der StAW-Gemeindeführung - abwiegelnde Ansichten, die das Hochwasserrisiko, wie es in der Hagenbachstudie ausgewiesen ist, stark bezweifeln. Ein Blick ins Heimatbuch der Gemeinde St. Andrä-Wördern, von dieser selbst aufgelegt und wohl so etwas wie eine Pflichtlektüre für alle GemeinderätInnen, zeigt mit aussagekräftigen Bilddokumenten, was Sache ist.

Zunächst ein Foto vom Hagenbach im Bereich des Eintritts ins verbaute Ortsgebiet, das Foto dürfte ca. 100 Jahre alt sein ... der Querschnitt des befestigten Bachbettes ist klar ersichtlich, und die "Experten", die an der Hagenbachstudie zweifeln, können sich anhand dieses Fotos ausrechnen, welche Wassermengen hier maximal durchfließen können:

Hagenbachgerinne ohne Hochwasser

Im zweiten Foto sehen wir, dass der Hagenbach vor ca. 100 Jahren an der gleichen Stelle das ausgebaute Gerinne bis an die Grenze der Überflutung ausfüllt. Es liegt auf der Hand: Eine solche Wassermenge würde an nahezu allen neueren Brücken, allen voran die ÖBB-Unterführung, zum Austreten des Hagenbachs und zu weiträumigen Überflutungen führen. Damals ging das vorwiegend in unverbautes Agrarland ... heute wären hunderte Liegenschaften davon betroffen.

Hagenbachgerinne mit Hochwasser

Es gibt keinen Grund zu Annahme, dass es zu solchen Niederschlagsmengen nicht mehr kommen könne - im Gegenteil. Die Starkregen-Ereignisse der letzten Jahre lassen eher Ärgeres vermuten. Aber auch wenn es "nur" gleich viel Regen wäre wie vor 100 Jahren, würde inzwischen mehr Wasser im Ortsgebiet ankommen, weil durch Verbauung und Bodenverdichtung im Einzugsgebiet oberhalb der Klamm vermutlich mehr Wasser ins Gerinne abgeführt würde als damals.

Fazit: Es hat - beweisbar - bereits Niederschlagsmengen am Hagenbach gegeben, die dem worst case szenario der Hagenbachstudie entsprechen. Wenn das vor hundert Jahren der Fall war, dann ist die statistische Wahrscheinlichkeit hoch, dass das nächste Extremereignis nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Wir betrachten daher jede weitere Verzögerung beim Ausbau des Hochwasserschutzes für den Hagenbach als Russisches Roulette auf dem Rücken der betroffenen BürgerInnen.

Zurück