Wie sicher sind die Hagenbachdämme?

In den 1950ern haben ein Hochwasser bzw. wochenlanger Dauerrregen zu einem Dammbruch in St. Andrä-Wördern geführt; gleichzeitig ist auch ein großer Hang in der Hittnergasse in Bewegung geraten – die Rutschungszone liegt ironischer Weise oberhalb des Katastrophenschutzlagers. Es stellt sich also die Frage nach der Sicherheit der Dämme entlang des Hagenbachs.

Die Marktgemeinde hat 2010 ein geotechnisches Unternehmen mit Untersuchungen für den Bereich Straßenbrücke Hauptstraße bis Fußgängerbrücke nach der ÖBB-Brücke beauftragt. Die Schlussfolgerungen und empfohlenen Maßnahmen der Experten: „Wie die Untergrunderkundung gezeigt hat, wurden beide Begleitdämme (rechts- und linksufrig) aus sandigem-kiesigem Material mit Ziegelresten sowie organischen Einschlüssen hergestellt. Die Rammsondierungen weisen auf eine weiche Zustandsform bzw. sehr lockere bis lockere Lagerung hin, was in erster Linie auf Aufweichungsvorgänge bzw. Zersetzungen der organischen Einlagerungen zurückzuführen ist. Die weiche Zustandsform wurde auch im Rahmen einer Ortsbegehung auf der Dammkrone und Dammböschung festgestellt (leichtes Einsinken).“

„Die Dammschüttung entspricht sowohl hinsichtlich des Dammschüttmaterials als auch hinsichtlich der Verdichtung nicht dem Stand der Technik. Das größte Problem stellen die für eine ordnungsgemäße Dammschüttung ungeeigneten Materialien wie Ziegel- oder Wurzelreste dar. Ziegelreste zerfallen bei Wasserzutritt und fördern die Durchfeuchtung, Wurzelreste führen zu Hohlraumbildungen innerhalb des Dammkörpers, welche lokale Erosionsgrundbrüche und in weiterer Folge begünstigen.“

Empfohlen werden in der Studie entweder eine Neuerrichtung der Dämme nach dem Stand der Technik oder eine Vertikalabdichtung – wobei aus Kostengründen der Abdichtung durch Spundwände der Vorzug gegeben wird. Im Protokoll zur Sitzung des Gemeinderates am 31. Mai 2010 wird berichtet, dass Bgm. Stachelberger bereits den Auftrag für die Dammsanierungsarbeiten erteilt hätte, da „Gefahr im Verzug bestand“ (so das Sitzungsprotokoll wörtlich).

Die Dämme nördlich der Fußgängerbrücke wurden nicht überprüft bzw. nur einem Augenschein unterzogen; Maßnahmen wurden nicht veranlasst. Dabei handelt es sich um Dämme derselben Bauart und desselben Alters wie die bereits untersuchten, bei denen „Gefahr im Verzug bestand“ …

 

Hagenbach-Dämme überwuchert
Durchwurzelungen der Dämme wie hier im Abschnitt nördlich der Wildenhaggasse tragen nicht gerade zur Standfestigkeit der Dämme bei.