Ohne Hochwasser läge St. Andrä nicht am Hagenbach ...

Karte des Hagenbach-Verlaufs
Darstellung des früheren Hagenbach-Verlaufs

Im Laufe der Jahrtausende hat der Hagenbach sich stark verändert – allem voran: In einer Zeit vor unserer Zeit floss er nicht direkt hinunter ins Donautal, sondern war lediglich Zubringer für den Kierlingbach. Erst im Zuge eines starken Hochwasser-Ereignisses kam es zu einer Änderung der Fließrichtung, vermutlich durch den Aufstau von Geschiebe, das der tobende Bach an der Abzweigung zum Kierlingbach aufgestaut hatte, und in weiterer Folge zum Durchbruch in die heutige Hagenbachklamm.

St. Andrä steht selbst auf einem Erosions- und Geschiebekegel, den der Hagenbach über die Jahrtausende ausgebildet hat.

Dazu Mag. Ivkovits in seiner Dipolomarbeit, die 2007 von der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern ausgezeichnet worden war:

„Der Schwemmkegel, auf dem St. Andrä vor dem Hagenthale liegt, lässt Rückschlüsse zu, dass der Hagenbach im Laufe seines Bestehens während Hochwässern vermehrt Feststoffe transportiert und außerhalb seines Bettes akkumuliert hat. Das Anschwellen des Hagenbaches zu einem reißenden Fluss hat besonders im 18. und 19.Jahrhundert die Bewohner des Tullnerfeldes des Öfteren auf eine Bewährungsprobe gestellt (vgl. Kap. 6). Im 20.Jahrhundert wurden durch Maßnahmen der Wildbachverbauung rutschungsgefährdete Hänge bzw. von Massenbewegungen betroffene Hänge durch Entwässerungssysteme stabilisiert und einige Flussabschnitte durch Wildbachsperren modifiziert. Dies geht aus den Kollaudierungsoperaten der Wildbach- und Lawinenverbauung hervor. Das Bett des Hagenbaches wurde während Hangbewegungen auch in der jüngeren Vergangenheit verlegt. Der Hagenbach scheint sich jedoch zu einem eher hochwasserführenden Wildbach entwickelt zu haben (vgl. MERWALD 1994). Es sind nämlich keine Geschiebetriebe, die ein gewisses Gefahrenpotential erreichen, dokumentiert.“