Der Knöterich, der Nöterich

Der Knöterich überwuchert den Hagenbach-Damm

Auf den ersten Blick nicht als Problem zu erkennen: der Knöterich. Im Gegenteil – er setzt recht attraktive Akzente in der grünen Gras-Monotonie der Hagenbach-Dämme … wie gesagt, auf den ersten Blick. Tatsächlich ist der Knöterich ein schlimmer Nöterich, der mit ziemlicher Sicherheit noch einige Probleme mit sich bringen wird.

Diese Neophyten-Pflanze mit Wurzeln in Japan treibt ihre Wurzeln hierzulande geradezu exzessiv in heimische Böden, mit Vorliebe entlang von Feuchtbiotopen. Bis zu 30 cm Wachstum pro Tag können erreicht werden. Die dicken Wurzeln dringen tief ins Erdreich bzw. die Dämme ein und entwicklen dabei eine hohe „Sprengkraft“: selbst Betonmauern können zum Bersten gebracht werden, wenn der Knöterich erst einmal in einer kleinen Ritze Wurzeln geschlagen hat. Die dichte Belaubung verhindert den Wuchs anderer Pflanzen – wie zum Beispiel der für die Damm-Stabilisierung wertvollen Trockengräser. Im Frühling bleiben große, unbewachsene, ungeschützte Flächen übrig, die der Erosion ausgesetzt sind … bis der Knöterich wieder zu sprießen beginnt.

Bei der Informationsveranstaltung zum geplanten Hochwasser-Schutzprojekt Hagenbach berichtete Gemeindesekretär Peter Ohnewas über Versuche der VIA Donau, des Knöterichs Herr zu werden. In Bezug auf den Hagenbach, der an einigen Stellen bereits vom Knöterich befallen ist, ist das Zukunftsmusik – sofern der Versuch überhaupt positiv ausgeht. Die derzeitige Praxis, die wuchernde Pflanze zweimal jährlich zu mähen, ist ungeeignet, um dem „grünen Monster“ Einhalt zu gebieten. Der Knöterich pflanzt sich bereits aus kleinsten Pflanzenteilen selbst fort, sodass beim Mähen eher das Risiko einer unfreiwilligen Vermehrung auftritt. Für eine effiziente Ausrottung der Knöterichbestände empfehlen ExpertInnen das sechsmalige Mähen pro Saison bei gleichzeitig sorgfältigstem Umgang mit dem abgemähten Pflanzenmaterial. Es darf nicht kompostiert, sondern muss verbrannt werden.

Davon sind wir weit entfernt in St. Andrä-Wördern. Auch wenn die „linearen Maßnahmen“ des künftigen Hochwasserschutzes dereinst realisiert sein werden, wird der Knöterich ein Problem bleiben. Es steht also alles dafür, dieses Problem unverzüglich anzugehen – im wahrsten Sinn des Wortes radikal: an die Wurzeln gehend.

Heil- und Gemüsepflanze und dennoch eine Gefahr für alle Uferregionen: Der Knöterich

Weiterführende Links:

Zur Pflanze selbst, die unter anderem auch als Gemüse und Heilpflanze geschätzt wird

Versuche der VIA Donau, den Knöterich mit flüssigem Stickstoff zu bekämpfen

Rezepte, um den Knöterich durch Aufessen zu bekämpfen

Ein Ansatz, die Knöterich-Bekämpfung in einen ökonomisch-ökologischen Zyklus einzubinden