Das zwischenzeitliche Risiko

Es ist nicht abzuschätzen, bis wann ein belastbarer Hochwasserschutz für den Hagenbach wirksam wird – so unisono das Podium der Infoveranstaltung des Bürgermeisters. 

Bis dahin haben wir – die betroffenen AnrainerInnen der ausgewiesenen HQ100- und HQ30-Flächen – mit dem Hochwasser-Risiko zu leben. Manche der im Publikum Anwesenden bezweifelten, dass dieses Risiko gar so hoch sei … DI Huber entkräftete solches Schönreden durch die Datenlage des Hagenbachstudie: 162 Objekte seien von einem hohen, 258 von einem mittleren und 27 von einem niedrigen Überflutungsrisiko betroffen. Die Höhe der erwartbaren Überflutungen liege je nach örtlicher Situation zwischen 30 und 70 cm … mehr als genug also, um die Keller volllaufen zu lassen, erhebliche Schäden an der Haustechnik und im Keller gelagerten Gegenständen zu verursachen und auch bei vielen Objekten die Erdgeschosse unter Wasser zu setzen. In Euro ausgedrückt geht es dabei um Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Präsentiert wurde auch eine Karte der betroffenen Gebiete, auf der eindrucksvoll die lokal zu erwartenden Überflutungshöhen eingezeichnet sind. Es ist zu hoffen, dass diese Karte bald von der Gemeindehomepage downzuloaden bzw. am Gemeindeamt einzusehen ist.

Auf die Haftungsfragen angesprochen erklärte der anwesende Rechtsanwalt der Gemeinde, es gäbe keine Rechtsansprüche auf Schadenersatz. Bis zum Vorliegen der Hagenbachstudie habe es keinen Grund gegeben, eine Hochwassergefährdung anzunehmen, daher hätte man bis dahin auch keine Veranlassung gehabt, Baugenehmigungen in den inzwischen als HQ100-Gebiet ausgewiesenen Flächen zu verweigern oder mit Auflagen zu versehen. Auch für den Fall, dass es bis zum Wirksamwerden der Hochwasserschutzmaßnahmen zum Schadensfall durch Überflutungen kommen würde, gäbe es keinen Anspruch auf Entschädigung. Bürgermeister Stachelberger verwies auf das Donauhochwasser 2012 und die Überflutungen im „Dschungeldorf“, nach denen die Gemeinde sich großzügig mit finanziellen Hilfen eingefunden hätte – darauf könne man auch im Falle eines Hagenbach-Hochwassers hoffen. 

Zu aktuell möglichen Abwehrmaßnahmen gegen Hochwasser erklärte der anwesende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, man seit mit 60.000 Sandsäcken im Katastrophenlager und drei Paletten mit ständig befüllten Sandsäcken gut vorbereitet. Im Falle einer Hochwassergefahr kämen Einsatzpläne zum Tragen, die Begehungen der Dämme sowie die Postierung von Feuerwehrleuten an den Brücken und auch in der Hagenbachklamm vorsähen, um allfällige Verklausungen rasch zu beseitigen.