Eindeutiger Wildbach im Kompetenzendschungel

Die Definition des Hagenbachs als Wildbach hat weitreichende Folgen – vor allem hinsichtlich der Zuständigkeit für Maßnahmen entlang seines Verlaufs. Derzeit ist er bis zur Lehnergasse als Wildbach klassifiziert, der weitere Bachverlauf obliegt der Marktgemeinde StAW, und noch weiter den Bach hinunter ist die Donaukonkurrenz zuständig. Entsprechend mühsam und langwierig sind Behördenverfahren.

Eine Lösung könnte darin gesucht werden, eine Änderung des Status herbeizuführen und den Hagenbach von der Quelle bis zur Mündung als Wildbach einzustufen.

Das Forstgesetz 1975 ist da in seinem § 99 ganz eindeutig:

§ 99. (1) Ein Wildbach im Sinne dieses Bundesgesetzes ist ein dauernd oder zeitweise fließendes Gewässer, das durch rasch eintretende und nur kurze Zeit dauernde Anschwellungen Feststoffe aus seinem Einzugsgebiet oder aus seinem Bachbett in gefahrdrohendem Ausmaße entnimmt, diese mit sich führt und innerhalb oder außerhalb seines Bettes ablagert oder einem anderen Gewässer zuführt.

(2) … (hier geht es um die Definition von Lawinen)

(3) Das Einzugsgebiet eines Wildbaches im Sinne dieses Bundesgesetzes ist die Fläche des von diesem und seinen Zuflüssen entwässerten Niederschlagsgebietes sowie der Ablagerungsbereich des Wildbaches.

Das Gesetz spricht also eindeutig dafür, den Hagenbach in seiner ganzen Länge zum Wildbach zu erklären – mit dem Vorteil, dass der heutige Kompetenzendschungel ein Ende fände und nur noch eine Behörde, die Wildbach- und Lawinenverbauung, zuständig wäre.

Die Marktgemeinde StAW hat bisher nichts unternommen, um eine solche Zusammenführung der Zuständigkeiten zu betreiben. Als würde man die Schwierigkeiten und Verantwortlichkeiten rund um den Hagenbach eh gern im eigenen Wirkungsbereich belassen ..

Dafür bliebe ohnedies genug zu tun, käme das Forstgesetz 1975 auf den gesamten Hagenbach zur Anwendung – siehe :

§ 101. (6) Jede Gemeinde, durch deren Gebiet ein Wildbach fließt, ist verpflichtet, diesen samt Zuflüssen innerhalb der in ihrem Gebiet gelegenen Strecken jährlich mindestens einmal, und zwar tunlichst im Frühjahr nach der Schneeschmelze, begehen zu lassen und dies der Behörde mindestens zwei Wochen vorher anzuzeigen. Die Beseitigung vorgefundener Übelstände, wie insbesondere das Vorhandensein von Holz oder anderen den Wasserlauf hemmenden Gegenständen, ist sofort zu veranlassen. Über das Ergebnis der Begehung, über allfällige Veranlassungen und über deren Erfolg hat die Gemeinde der Behörde zu berichten.

(7) Die von der Gemeinde gemäß Abs. 6 zu besorgende Aufgabe ist eine solche des eigenen Wirkungsbereiches.